Saisonhöhepunkt im Eisstocksport: Staatsmeisterschaft in der Eisarena Salzburg
Nicht olympisch – aber einer unserer größten Momente der Saison steht bevor: Am Samstag, 14. Februar, und Sonntag, 15. Februar 2026, steigt in der Eisarena Salzburg die 84. Eisstock-Staatsmeisterschaft im Mannschaftsspiel der Herren – der Saisonhöhepunkt für Österreichs Top-Eisstockschützen. Das Teilnehmerfeld präsentiert sich so ausgeglichen und hochkarätig wie selten zuvor. Der Bewerb beginnt am Samstag um 7:30 Uhr mit den Gruppenspielen. Die Halbfinalspiele starten am Sonntag gegen 11:00 Uhr. Parallel zur Staatsmeisterschaft wird in Steinach am Brenner die Bundesliga 1 ausgetragen.
Wang erneut Favorit
Der Blick richtet sich 2026 erneut auf Titelverteidiger ESV Union Ladler Wang. Im Vorjahr krönten sich die Niederösterreicher in Kapfenberg erstmals zum Winter-Staatsmeister und setzten sich in einem packenden Finale mit 6:5 gegen den GSC Liebenfels durch. Mit dem Gewinn der Stocksport Staatsliga setzten sie ihren Siegeslauf fort. Erst der EC Altwasser Windorf (GER) zeigte beim Europacup-Finale in Peiting, dass die Niederösterreicher schlagbar sind.
Patrick Solböck (ESV Union Ladler Wang):
„Die Favoritenrolle nehmen wir gerne an. Nach langer Zeit mussten wir zuletzt im Europacupfinale wieder eine Niederlage hinnehmen – das ist genug Motivation fürs Wochenende. Unsere Vorbereitung war bewusst reduziert, um hungrig zu bleiben. Mit Platz eins und zwei beim stark besetzten Duo-Turnier in Peuerbach haben wir zusätzlich Selbstvertrauen getankt. Der Favoritenkreis ist groß, ich habe vor allem die beiden Aufsteiger SU Neustift und Lokalmatador USC Abersee ganz vorne auf meiner Liste.“
Kärntner Teams mit unterschiedlichen Zielsetzungen
Während für den EV Rottendorf/Seiwald mit drei neuen Spielern im Team nur ein Ziel zählt – der Klassenerhalt, will der GSC Liebenfels erneut ganz vorne mitmischen. Der EK Deurotherm Feldkirchen komplettiert das Kärntner Trio nach dem Wiederaufstieg.
Günther Stranig (EV Rottendorf Seiwald): „Neben mir haben wir mit Daniel Mißbichler, Christoph Legat und Klaus Wiedermann drei neue Spieler im Team. Mein Bruder Sigi hat sich verletzt, daher springt Horst nochmals ein. Für uns zählt nur der Klassenerhalt – damit wären wir mehr als zufrieden. Andreas Spendier lässt die Wintersaison aus, im Sommer hängen wir noch eine Saison mit der alten Truppe an.”
Der GSC Liebenfels sorgte 2025 mit der Silbermedaille für eine Sensation und geht erneut mit hohen Ambitionen ins Turnier.
Michael Regenfelder jun. (GSC Liebenfels):
„Ziel ist es, am ersten Tag das obere Play-off zu erreichen und unter die Top vier zu kommen. Der Angriff auf einen Europacup-Platz ist das große Ziel, der Klassenerhalt muss aber primär gesichert werden. Der Fokus lag heuer stärker auf der individuellen Vorbereitung. Die aktuelle Form passt sehr gut. Turniere gab es heuer zwar weniger, das sehen wir aber nicht als Hindernis. Personell sind wir vollständig einsatzbereit, besonders freuen wir uns über die Rückkehr von Wolfgang Suttnig nach sechsmonatiger Verletzungspause. Wang, Voitsberg, Weiz und Leoben zählen zu den Top-Favoriten. Die Leistungsdichte ist sehr hoch – Kleinigkeiten entscheiden über Sieg oder Niederlage.“
Steiermark mit Großangriff – sieben Teams am Start
Die Steiermark stellt mit sieben Mannschaften das größte Kontingent. Im Vorjahr feierte der SSV ASKÖ Weiz Nord mit einem 6:5-Sieg im Spiel um Platz drei gegen den EV Ladler Tal Leoben den bisher größten Vereinserfolg. Bronze im Sommer bei der Stocksport Staatsliga folgte als nächster Coup.
Beide Teams kämpfen mit Verletzungssorgen:
- Bei Weiz Nord ist Mannschaftsführer Mario Braunstein nach einer Verletzungspause wieder im Team, jedoch noch nicht bei 100 Prozent.
- Bei Tal Leoben ist der Einsatz von Manfred Pötscher fraglich.
Mario Braunstein (SSV ASKÖ Weiz Nord):
„Ich glaube nicht, dass wir um Gold mitspielen können, die Konkurrenz ist extrem stark. Der Klassenerhalt ist das Hauptziel. Ich konnte verletzungsbedingt nur zwei Turniere bestreiten und bin noch nicht zu 100% fit. Von meinen Teamkollegen kann ich nur sagen, dass sie alle in Höchstform sind und voller Ehrgeiz und Freude in die Meisterschaft gehen – besonders Mario Weingartmann ist heuer extrem stark. Heuer ist jeder ein Konkurrent, das Starterfeld ist so stark wie nie. Vor allem den Aufsteigern traue ich sehr viel zu.“
Michael Brantner (EV Ladler Tal Leoben):
„Wir sind mit Platz fünf beim Europacup gut in die Saison gestartet, obwohl wir uns mehr erwartet haben. Danach hatten wir Verletzungssorgen. Markus Bischof ist nach einer Knieverletzung wieder fit, Manfred Pötscher ist fraglich – wir werden deshalb positionsmäßig ein wenig verändern. Die Vorbereitungsturniere waren gut, ein Turniersieg in Wenigzell und Platz zwei in Graz hinter Voitsberg geben uns Selbstvertrauen.“
Gespannt darf man auf ESV SP Pongratz Kowald Voitsberg sein: Zum ersten Mal ohne Michael Krenn will der Staatsmeister von 2024 zurück in die Erfolgsspur. Für die Voitsberger wäre es der fünfte Staatsmeistertitel. Mit ESV Jupp Krottendorf, SU ESV Seiwald Edla, ESV Großfeistritz und Aufsteiger SSV Union Wengizell hat die Steiermark weitere heiße Eisen im Feuer, die jederzeit für eine Medaille sorgen können.
Weitere Bundesländer
- Oberösterreich: SU Sagender Fenster Natternbach, SU Schardenberg und Aufsteiger Neustift. Vor allem SU Neustift mit geballter „Scharrer-Power“ gilt als Überraschungsteam.
- Tirol: EV Angerberg rückt durch den Ausfall von ESV Köflach-Stadt ins Hauptfeld nach.
- Salzburg: Lokalmatador USC Abersee schaffte 2025 den Aufstieg und hofft vor Heimpublikum auf eine Überraschung.
🔴 Gruppe ROT
- ESV Union Ladler Wang (NÖ)
- EV Ladler Tal Leoben (ST)
- ESV Jupp Krottendorf (ST)
- SU ESV Seiwald Edla (ST)
- EV Angerberg (T) – nachgerückt durch Absage von ESV Köflach-Stadt
- ESV Großfeistritz (ST)
- USC Abersee (S) (Aufsteiger)
- EK Deurotherm Feldkirchen (K) (Aufsteiger)
🔵 Gruppe BLAU
- GSC Liebenfels (K)
- SSV ASKÖ Weiz Nord (ST)
- EV Rottendorf Seiwald (K)
- ESV SP Pongratz Kowald Voitsberg (ST)
- SU Sagender Fenster Natternbach (OÖ)
- SU Schardenberg (OÖ)
- SU Neustift (OÖ) (Aufsteiger)
- SSV Union Wenigzell (ST) (Aufsteiger)
Fotoservice
BÖE-Fotograf Fabian Bleier ist am Sonntag zu den Finalspielen vor Ort. Die Fotos stehen danach bei redaktioneller Verwendung kostenlos zum Download auf der Homepage von Stocksport Austria zur Verfügung.
LINK FOTOS : https://www.flickr.com/photos/199848204@N04/albums
Fotos Anhang: Herbert Pendl /STM 2025 Kapfenberg
Bilder vom Vorjahr 83. Staatsmeisterschaft Eishalle Kapfenberg
https://www.flickr.com/photos/stocksportaustria/albums/72177720323814617/with/54331565229
Bundesliga 1 in Eishalle Steinach in Tirol
Parallel zur Staatsmeisterschaft findet die Bundesliga 1 in Steinach statt. Die Absteiger Eberstein, Straßwalchen und Lichtenberg hoffen auf den Wiederaufstieg.
🔴 Gruppe ROT
- SSV Raiffeisen Alkoven / OÖ*
- ASVÖ SV Lichtenberg 1 / OÖ
- ER ASKÖ Gurnitz / K
- ESV Weierfing / OÖ
- ER St. Peter – Balu / K
- RSU Leitersdorf im Raabtal / ST
- ESV Ladler Eisstöcke Graz 1 / ST
- ESV Pinkafeld/Sinnersdorf 1 / B
🔵 Gruppe BLAU
- ESV Eberstein 1 / K
- EV Strasswalchen 1 / S
- SU Guschlbauer St. Willibald / OÖ
- ESV HLS Jimmy Wien 2 / W
- ESV Schwarzl Immobilien Prüfing 1 / ST
- ESV Union Kroisbach 1 / ST
- SV Langkampfen 1 / T
- SG Peratschitzen/St. Marxen 1 / K
Eisstocksport zwischen Olympia-Traum und Zukunftsfrage Sommer/Winter
Der Traum von einer olympischen Teilnahme begleitet den Eisstocksport seit vielen Jahren. Während der Internationale Eisstockverband (IFI) die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2030 in Frankreich als Ziel formuliert, sehen Vertreter aus Sport, Handel und Verband die Zukunft differenziert – mit klaren Herausforderungen im Winter und wachsenden Chancen im Sommer.
Kevin Kronewetter (GSC Liebenfels) betont, dass die Olympia-Diskussion zu früh geführt wird: “Die Olympia-Frage begleitet den Eisstocksport seit vielen Jahren – manchmal fast mehr als die tatsächliche Weiterentwicklung des Sports selbst. Natürlich ist Olympia das Höchste im Sport und ein Traum für jeden Athleten. Aus meiner Sicht greift diese Diskussion aber zu kurz, solange wir es nicht schaffen, unseren Sport unabhängig davon attraktiv, modern und professionell aufzustellen. Wenn die Strukturen stimmen, Formate zeitgemäß sind und der Sport klar präsentiert wird, kommen mediale Aufmerksamkeit und Relevanz automatisch. Erst dann ist es sinnvoll, über Olympia zu sprechen – nicht umgekehrt.”
Mario Braunstein (Inhaber Stocksporthandel Stocksport4you) sieht den Sommer als wirtschaftlichen Motor des Sports: “Der Sommer ist natürlich das Zugpferd für jeden Händler, durch die verschiedensten Beläge, die Temperaturunterschiede und den Verschleiß der Laufsohlen sind die Verkaufszahlen bei Sommerplatten natürlich um ein vielfaches höher als bei Winterlaufplatten. Auch bei der Auswahl der Stiele hat man im Sommer viel mehr Möglichkeiten. Der Winter ist einfach zu kurz, die Eishallen werden weniger, deshalb kaufen die Stocksportler im Winter nur mehr das nötigste. Ansonsten sehe ich die Entwicklung positiv – der Stocksport hat sich wieder von Corona erholt. Was sich im Eisstocksport ändern sollte, um olympiareif zu werden kann ich leider auch nicht beantworten. Da sollte man beim Curling nachfragen, wie die es geschafft haben.”
Michael Brantner (BÖE Generalsekretär) sieht strukturelle Probleme im Winterbetrieb durch hohe Kosten und fehlende Eishallen: „Die Wintersaison wird zunehmend schwieriger – es fehlen Eishallen, und die Kosten steigen. Deshalb geht die Entwicklung klar in Richtung Stocksport im Sommer. Wenn wir für Olympia ein Thema werden wollen, müssen wir attraktivere und zuschauerfreundliche Formate schaffen. Ich sehe die Zukunft des Sports klar im Sommer, auch weil sich dadurch Chancen für mehr teilnehmende Nationen eröffnen. Mit der erstmaligen Austragung einer U16- und U19-Europameisterschaft im August in Oberwart (B) setzen wir als BÖE bewusst ein erstes Zeichen in diese Richtung.“

















