ÖM der DAMEN 2021 - 31.1.2021

Evelyn Perhab (EV Ramsau) holt Damen-Gold


Die dritten Titelkämpfe der Damen, die ersten mit FFP/2 und 2 m Mindestabstand standen ganz im Zeichen der Schutzmaßnahmen. Umso mehr Respekt verdienen unsere Weitensportlerinnen, die sich diesen Herausforderungen stellten und ihre Meister kürten.

Sieben Damen trafen sich am zweiten Tag der Weitenwettbewerbe 2021, um eine Österreichische Meisterin zu küren. Im Damen Weitensport ist das die dritte Meisterschaft nach dem Neustart 2019, die beiden ersten Titel gewann Petra Winkler aus Loosdorf in Niederösterreich. Diesmal hatten die Steirerinnen vor, ihr diesen Titel streitig zu machen. Evelyn Perhab vom EV Ramsau zählt seit Anbeginn zu den besten Weitensportlerinnen, auch wenn ihr das eine oder andere Mal die Nerven einen Streich spielten. Doch in diesem Jahr war davon keine Spur mehr. Sie agierte vom ersten Versuch weg selbstbewußt und setzte ihre Stöcke ganz sicher in die Bahn. Im ersten Durchgang erreichte sie mit 109,85 m die Bestweite vor Petra Winkler mit 109, 45 m und Lisa Maria Stampfl, die auf 109,03 m kam. Da war bereits klar, dass wir uns auf eine "enge Kiste" einstellen müssen und sich eine aus diesem Trio das ÖM-Gold umhängen wird.

 

Die Leistungskurve von Lisa-Maria Stampfl zeigt seit dem Vorjahr stetig nach oben. Der Sommer-Meistertitel dürfte ihr "Schub" gegeben haben - im Vergleich zum Vorjahr ist auch bei ihr die Wettkampf-Nervösität weit geringer geworden. So ist das, wenn man aus den Erfahrungen der Vergangenheit lernt. Der zweite Platz ist eine echte Bestätigung ihres Sommertitels vom Vorjahr, Potential nach oben ist ausreichend vorhanden, also wird man mit ihr auch in den kommenden Jahren rechnen dürfen. Im zweiten Durchgang legte Evelyn ihren Meisterstock in die Bahn - die 115,97 m sollten Bestwert dieser Meisterschaft bleiben und mit einem Lächeln und geballten Fäusten der Freude blickte sie ihrem Versuch hinterher - sie spürte, daß war ein wirklich guter Versuch. In der Vergangenheit hat man dem Stock nicht nachschauen müssen, ein Blick ins Gesicht, und ich wußte, der passt ihr ganz und gar nicht oder sie war so halbwegs zufrieden. Ein zufriedenes Lächeln, wie heuer, kannte ich bisher gar nicht. Die Körperhaltung nach dem Versuch - der Körper spricht, wie es so schon heißt. Die neue Meisterin hat in den vergangenen Wochen sich gut vorbereitet und ihre Technik verbessern können. Sehe da - kein einziges Streichresultat, alle fünf Versuche gut in der Spur und sehr konstant. Selbiges gilt für die Vizemeisterin Lisa Maria Stampfl, die ebenso im zweiten Versuch ihre Bestweite erzielen konnte und mit 110,89 m Petra Winkler knapp schlagen konnte. Bei Petra Winkler konnte man im zweiten und dritten Versuch erkennen, daß sie unbedingt mehr rausholen wollte. Sie hat an diesem Wochenende ihr Leistungspotential ganz sicher nicht ausreizen können. Sie blieb nicht "locker genug" und war mit ihren Versuchen auch sichtlich nicht zufrieden. Letztendlich bedeuteten die 109,45 m aus ihrem ersten Versuch dann doch eine Medaille in Bronze - auch nicht schlecht, nach 2 x Gold in den vergangenen Jahren. Auf Platz 4 landete die junge Melanie Kleinberger vom ESV Neustift Innermanzing, die mit 104,17 m im 2. Versuch ihre Bestweite erreichte. Knapp dahinter Katharina Dresch (ESV Union Wenigzell) und die Weltmeisterin Nina Neubauer (ESV Glojach) auf den Rängen 5 und 6. Vor allem Nina ärgert sich immer wieder über ihre Versuche, hadert mit dem Schicksal und sollte vielleicht zukünftig ein wenig lockerer in die Wettkämpfe gehen. Sie trägt natürlich die Last des WM-Titels. Sie erwartet vielleicht auch selbst zu viel. Einen Trost kann man ihr aussprechen: den historischen ersten Damen-WM-Titel kann ihr auch in ferner Zukunft niemand mehr wegnehmen. Regen 2020 war ihre Sternstunde.

 

Fazit:  Nicht außer Acht muß man schon die Begleitumstände dieser Meisterschaften coronabedingt berücksichtigen. Nicht jede Sportlerin geht mit diesen Auflagen und wahrlich nicht angenehmen Schutzbestimmungen gleich um. Trotzdem gratuliere ich jedem Teilnehmer und jeder Teilnehmerin, denn ich habe kaum Kritik von seiten der Sportler vernommen - sie alle haben sich diesen Bedingungen untergeordnet, und das in vorbildlicher Art und Weise. Der Damenbewerb sorgte für Spannung, da keine der Athletinnen absolut heraussticht und einige Sieganwärterinnen machen mehr Spaß als eine Dominatorin. Im Gegensatz zu den anderen Bewerben, wo sich die Sieger für den Rest der Teilnehmer oft als unschlagbar herauskristallisieren und ihre Medaillen abholen. Ein Phänomen, welche wir in Österreich ja durch einen Marcel Hirscher bestens kennen oder kannten. Ich kann dem Veranstalter höchstes Lob aussprechen, da man das Präventionskonzept nicht nur am Papier, sondern auch in der Umsetzung voll ernst genommen hat und alle Maßnahmen realisiert wurden. Damit ist bewiesen, daß auch der Stocksport in Pandemiezeiten eine Daseinsberechtigung hat, wenn auch mit FFP/2 und allen anderen Hygiene- und Schutzvorkehrungen...

(Kommentar: Pressereferent BÖE Franz Taucher)   


Aktionsfotos vom Damenbewerb am 31.1.2021

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